(Stark bearbeitetes Foto von Steffen Duntsch)

Die Baureihe 201
der Deutschen Reichsbahn (1992/1993)
der Deutschen Bahn AG (1994-1998)

Nach der Deutschen Einheit war man sich beim Zusammenwachsen der deutschen Staatsbahnen schmerzhaft der unterschiedlichen Lokbaureihenbezeichnungsschemata bewusst geworden und so wurde schon Anfang 1992 ein neues, einheitliches Schema vereinbart:  die ostdeutsche Reichsbahn hatte ihre abweichende Klassifizierung (Elloks 2xx, Dieselloks 1xx) aufzugeben.  Die dieselhydraulische Streckenlokomotive der V100-Familie, in den sechziger und siebziger Jahren von der vormaligen AEG-Lokfabrik in Hennigsdorf (dann VEB LEW) in über 800 Stück beschafft, die zu EDV-Zeiten Reihe 110 bezeichnet wurde, konnte zur gesamtdeutschen Diesellokbaureihe 201 umgezeichnet werden.
Die zahlreichen schon bald mit stärkeren Motoren umgerüsteten Derivate der DR-Reihen 112 und 114 konnten analog Baureihe 202 und 204 genannt werden.
Während die schwache Variante 201 - von der immerhin 203 zum Start der 1994 gegründeten DB AG vorhanden waren - mehr und mehr analog vieler Strecken entbehrlich wurde und 1998 ihr Plandasein endgültig beendete, vermochte sich die Baureihe 202 noch bis 2001 bei der Deutschen Bahn zu halten;  die stärksten Loks der Reihe 204 (lange Zeit alle 65 dienstbereit) erleben derzeit den Herbst ihrer Lebenszeit bei DB Cargo.
Ende 1999 hatte das DB-Cargo-Werk Stendal (das zu DDR-Zeiten als Raw die Modernisierungen und "Beförderungen" der 110er durchgeführt hatte) eine ganze Reihe alter 202er-Loks grundlegend modernisiert um sie an Dritte weiterzuvermieten; diese noch der DB AG gehörenden Loks wurden sodann zur Baureihe 203 umgenummert und sind heute im ganzen Bundesgebiet anzutreffen. Auch die DB-Netz-Tochter db-bahnbau hat Exemplare in frischer gelb-blauer Farbgebung in Diensten.

Nachdem der Lokbaustandort Hennigsdorf 1992 zur (Daimler-Tochter) AEG "zurückkehren" konnte, und nach der Fusion mit ABB zu ADtranz 1996 befasste sich der neue alte Hersteller mit "seiner" V100 und stellte 1997 die eigene, grundlegend modernisierte und neumotorisierte 201999 (die ehemalige 201881) im grasgrünen ADtranz-Design der DB zur Verfügung, die sie in Planzügen um Leipzig testete - zu Zeiten als sie selbst zwischenzeitlich keine 201 mehr einsetzte.

Nachdem seit den 1990ern viele alten V100er an Privatbahnen, Werksbahnen oder ausländische Betreiber verkauft wurden, können einem noch heute diese ansehnlichen Dieselloks vor die Linse fahren, sogar mit alter Beschilderung wie die 202497 auf der Neubaustrecke Köln-RheinMain vor einem Bauzug.

Die Geschichte der V100      Technische Daten im Vergleich W201/BR201

Lexikon der Baureihen 201 bis 204     Industriegeschichte: Zeittafel der Verwandtschaftsverhältnisse

Quellen und Links

 

zur Automobilbaureihe 201